Tierpark Dählhölzli, Bern

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Tierpark Dählhölzli

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Dählhölzli ist der Name des Berner Tierparks und des anliegenden Naherholungsgebietes an der Aare in Bern. Der Name des Gebietes leitet sich vom Berner Dialektwort für die Kiefer (Dähle) ab. Der Tierpark Dählhölzli wurde am 5. Juni 1937 eröffnet. Finanziert wurde er durch private Spenden und Legate. Die Gesamtfläche beträgt 15,5 Hektar. Zur Zeit sind 27 Tierpflegerinnen und Tierpfleger dort beschäftigt und es leben gegen 3000 Tiere dort.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte des Berner Tierparks beginnt eigentlich schon im vorletzten Jahrhundert, als nämlich 1871 eine Gruppe von Optimisten für einen geplanten Zoo mit vorwiegend europäischen Tieren im westlichen Kirchenfeld warb und einen Akklimatisationsverein gründete. Zwei Jahre später wurde der Plan mangels Aktionären fallengelassen. Dafür entstand die Anlage an der Engehalde, am Hang unterhalb des Bierhübelis. Hier wurden Hirsche und Bisons gehalten. Da die Anlage nicht befriedigte, suchte man neue Standorte unter anderem auch im Dählhölzli. Man dachte 1883 sogar an die Schaffung eines Zoos mit exotischen Tieren. Alle Anläufe scheiterten indes aus verschiedenen Gründen. Dank William Gabus konnte schliesslich die Finanzierungsfrage gelöst werden.
Der 1847 in Le Locle geborene Uhrmacher bereiste als wagemutiger Mann mit Uhren und Musikdosen die Messen Russlands, besass in Moskau Uhrenläden und kaufte später als wohlhabender Mann das Schloss Worb. 1900 vermachte er der Stadt Bern 150ʻ000 Franken für die Errichtung eines Tierparks, "wenn möglich im Dählhölzli", wie es im Testament hiess. 1901 starb William Gabus im Tessin.

Von der Elfenau in den Dählhölzli

1918 konnte die Stadt die Elfenau-Besitzung erwerben, was in den nächsten Jahren dazu führte, dass dieses Gelände mehr und mehr im Vordergrund für den Bau eines Tiergartens stand. Der Gemeinderat entschied 1927 denn auch für diesen Standort. Das Geschäft kam aber nur schleppend voran. Immerhin arbeitete das Hochbauamt zwei Entwürfe aus. 1930 wurde der Natur- und Tierparkverein gegründet, der schon nach zwei Jahren über 1800 Mitglieder zählte und sich kompromisslos und mit viel Elan für den Bau eines Tierparks in der Elfenau einsetzte. Durch Werbung in der Presse, in den Kinos, durch Filmmatineen und "Tierlitagen" wurde ein Fonds von 50'000 Franken geäuffnet. Schon 1933 reichte der Verein einen Entwurf ein, wobei das herrliche Landschaftsbild der Elfenau respektiert werden sollte.
Doch bald erwachten die Bedenken derjenigen Kreise, welche die Elfenau unangetastet lassen wollten. Im März 1935 führten erneute Verhandlungen dazu, dass die Burgergemeinde einen Teil des Dählhölzliwaldes zur Verfügung stellte und damit die Voraussetzung schuf, von der Elfenau als Standort abzukommen. Noch im gleichen Jahr stimmten die Berner der Schaffung des Tierparks Dählhölzli zu. Am 5.Juni 1937 wurden die Anlagen mit einem grossen Fest im Beisein des legendären Bundesrates Rudolf Minger eröffnet.

Anfänge

Zuerst leitete der Tierarzt Dr. Paul Badertscher nebenamtlich den Tierpark. 1938 wählte man den jungen Zoologen Dr. Heini Hediger als Verwalter, der sich bald als Tierpsychologe und Tiergärtner einen Namen machte. In seinem Buch "Wildtiere in Gefangenschaft, ein Grundriss der Tiergartenbiologie" griff er zu einem guten Teil auf seine Erfahrungen im Dählhölzli zurück, Erfahrungen, die er in dem jungen Tiergarten während der Zeit des Zweiten Weltkrieges oft an vorderster Front machte, wenn er im Militärdienst weilende Tierpfleger ersetzen musste. Er beschreibt in einem Bericht seine Berner Zeit als harte Schule, erwähnt die Unterstützung, welche er vom Tierparkverein erfahren durfte und über die Schwierigkeiten der Tier- und Futterbeschaffung in der Kriegszeit.

Schon nach wenigen Jahren wechselte Professor Hediger an den Basler Zolli. An seiner Stelle leitete Frau Prof. Monika Meyer-Holzapfel vom 1. Mai 1943 bis zum 31. Dezember 1969 die Geschicke des Tierparks. In dieser Zeit vergrösserte sich die Artenzahl der Tiere im Vivarium, aber auch draussen entstanden neue Gehege, zum Teil recht behelfsmässige Holzkonstruktionen. Nicht zuletzt der Zuchterfolge wegen wurde in dieser Zeit die Fachwelt auf den aufstrebenden Tiergarten aufmerksam. Erwähnt seien hier die neuen Anlagen für gefährdete oder ausgerottete Tierarten, wie Fischotter, Wildkatzen, Luchse, Wisente und Wölfe, die Volieren für Greifvögel und die Fasanerie. 1954 betrug der Tierbestand 1675 Tiere in 335 Arten; die Zahl der Säugetiere blieb aber mit 23 Arten gering. Beides belegt, dass vor allem "pflegeleichte" Arten gehalten wurden, weil nur sieben Wärter zur Verfügung standen, immerhin drei mehr als bei der Eröffnung. Trotz dieser Beschränkung tat der Tierpark in dieser Zeit den entscheidenden Schritt in Richtung Erfüllung des Auftrags, die einheimi¬sche Tierwelt zu zeigen.

Des Berners Zoo

war der Leitspruch von Prof. Hannes Sägesser, der die Geschicke des Dählhölzli vom Januar 1979 bis zu seinem plötzlichen Tod am 18. Januar 1991 leitete. Przewalski-Pferde,
Seehunde, Moschusochsen und syrische Braunbären sind Tierarten, die in seiner Zeit eingeführt wurden. Die Anzahl der gehaltenen Säugetierarten wuchs auf 60 an. Der Ausbau des Freigeländes (mit Kleinraubtierhaus, Przewalskipferd-, Fischotter-, Wisent-, Elch-, Tiger-, und Bärenanlage) und der 1988 eröffnete Umbau des Vivariums repräsentieren sein Wirken. Ausserhalb des Vivariums wurden fast alle exotischen Tierarten durch europäische ersetzt. Im Personalbreich wurde eine wissenschaftli¬che Adjunktstelle sowie erstmals in der Schweiz eine Zoopädagogikstelle geschaffen. In die Zeit des fünften Verwalters, Dr. Max Müller (Mai 1991 bis August 1996), fallen die Erweiterungen des Kinderzoos an der Aare sowie des Bärengeheges im Tierpark und die Renovierung des Bärengrabens. Bei den gehaltenen Tieren fand eine Trendwende in Richtung exotische Tiere statt (Wallaby, Capybara). Im Jahre 1995 wurde die Leitung des Tierparks Analysen durch externe Ex¬perten unterzogen. Gestützt auf die entsprechende Berichte wurde die Führung des Tierparks neu strukturiert und eine Betriebsleitung eingesetzt.
Nach einer kurzen Interimsleitung durch Dr. Ruth Baumgartner von September 1996 bis März 1997 wurde Dr. Bernd Schildger Direktor des Tierparks Dählhölzli. Neue Lebensräume für Tiere, wie z.B. Gämsen, Breitrandschildkröten, Rauhfusshühner, Flamingos, Seehunde und Waldrappen wurden seither geschaffen. Neben der für die Realisierung von tiergerechten Lebensräumen erforderlichen Reduktion der gehaltenen Tierarten wurde ein Leitbild formuliert:
"Mehr Platz für weniger Tiere" - Zum Wohle der Tiere und zur Freude der Menschen!

Das Dählhölzli heute

Heute besitzt das Dählhölzli immer noch die selbe Grundfläche, zuzüglich dem Bärengraben  1  als Aussenstation, der Schwerpunkt liegt auch heute noch bei einheimischen und europäischen Wildtieren. Das Konzept, Naherholungsgebiet für Familien mit dem pädagogischen Anspruch eines zoologischen Gartens zu verbinden, das von der Zoopionierin Monika Meyer-Holzapfel zwischen 1915 und 1935 ausgearbeitet wurde, wurde bis heute beibehalten. Im Moment herrscht Umbuchsstimmung, das "dank" dem im Mai 1999 für den Tierpark überraschenden Hochwassers, so wurde die Umgestaltung des Aareufers vorgezogen, als weitere folgten die Afrika-Savanne im Vivarium, eine neue Anlagen für Flamingos, Rauhfusshühner, Seehunde und Waldrappen getreu nach dem Motto "Mehr Platz für weniger Tiere"

Mehr Platz für weniger Tiere

In den folgenden Jahren soll die Planung weitergehen, mit der Neugestaltung der Anlage für die Persischen Leoparden. Auch die Wisente sind schon bald an der Reihe, sie übernehmen das Gehege der Rothirsche. Dank Steg und Plattform wird sich eine neue Perspektive auf die mächtigen europäischen Waldtiere bieten. In den nächsten fünf Jahren sollen ausserdem eine Papageientaucheranlage, ein Gehege für die Moschusochsen, ein Wüstenhaus und ein Affenfelsen entstehen. Tierparkdirektor Bernd Schildger glaubt, dass die Papageientaucher, die er als europäische Pinguine bezeichnet, zu Publikumslieblingen werden könnten. Die flugfähigen Vögel sollen in einem grossen Wasserbecken nach lebenden Fischen tauchen. Sie sind bekannt dafür, dass sie Dutzende kleiner Fische in ihren grossen, bunten Schnäbeln tragen können. Als Rekord wurden 62 gezählt. Auf der anderen Seite bedeutet die Planung für das nächste Jahrzehnt auch, dass verschiedene Tierarten aus dem Tierpark Dählhölzli verschwinden werden. Für Pinguine, Wildschweine, Elche, Rothirsche, Bezoarziegen und voraussichtlich auch Steinböcke wird nach einem neuen Zuhause gesucht. Schildger schätzt, dass die Zahl der Tierarten auf unter zweihundert sinken wird. Noch in den 1990er-Jahren waren es um die 350 Tierarten gewesen.

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Stadtplan Tierpark Dählhölzli

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